Was mich jeden morgen aufregt, wenn ich zur Arbeit komme, und was eigentlich gar kein Problem darstellen würde, wenn - ja wenn das Wörtchen wenn nicht wär – ich morgens mal pünktlich aus dem Bett kommen würde: Die allmorgendliche Parkplatzsuche. Früher war alles besser. Früher: Als wir noch direkt vorm Haus auf dem riesengroßen Parkplatz parken durften. Früher: Als dieser noch nicht von dieser Schranke mit Zutrittskartenerkennung bewacht wurde. Ja, früher – das waren noch Zeiten… Heute muss ich Glück haben, wenn ich um 8:30 Uhr überhaupt noch einen Parkplatz in der Straße bekomme, in der sich meine Arbeitsstelle befindet, geschweige denn in den Anliegenden. Okay, Morgenstund hat Gold im Mund, und ein bischen Frühsport kann nicht schaden. Aber muss das denn im Halbschlaf sein?! Bloß gut, dass wir Gleitzeit haben, und annähernd kommen können, wann wir wollen! So kann ich immerhin ausschlafen, denn einen Parkplatz finde ich eh nicht. Meine Geheimverstecke haben sich scheinbar auch schon rumgesprochen, so dass auch diese kaum mehr in Frage kommen… Heute – das sind echt schwere Zeiten, die da auf uns zugekommen sind…
Aber noch mal zu Beginn: Als ich hier anfing, gab es einen großen Schotterparkplatz direkt gegenüber der Arbeitsstelle. Da immer mehr Leute eingestellt wurden, platzte dieser bald aus allen Nähten. Die Autos wurden kreuz und quer geparkt, jede Lücke wurde ausgenutzt – die Parkplatznutzung optimiert. Auch mein Auto litt hierbei unter der ein oder anderen Schramme, weil auch ich zu dicht am Maschendrahtzaun parkte, aber das ist Nebensache – der Parkplatz zählte! Irgendwann darauf zog eine Firma aus unserem Haus aus, und unsere Abteilungen, die bisher auf etliche andere Gebäude verteilt waren, zogen bei uns ein. In der Zwischenzeit war der Parkplatz ein Platzparadies. Ich liebte es, jeden Morgen auf Arbeit zu kommen, egal wann, und trotzdem einen Parkplatz in den ersten Reihen zu bekommen… Wahrhaft paradisische Zustände!!
Doch leider hielten diese nicht lange an. Schon bald kamen mehr und mehr Leute mit mehr und mehr Autos auf unseren Parkplatz. Ich fuhr sogar schon mit dem Fahrrad zur Arbeit (das hatte aber andere Gründe
), und selbst hier wurde der „Parkplatz“ knapp! Was jedoch erstaunlich ist: Der Parkplatz gegenüber meiner Arbeitsstelle war trotz der Automassen beinah leer. Warum? Nun, irgendein intelligenter Mensch kam auf die Idee, die Zufahrt zum Parkplatz zu beschränken, eine Schranke davor anzubringen – nebenbei wurde auch der Schotter etwas geglättet oder an anderen Stellen etwas aufgefüllt. Es wurde ausgelost, wer nun den Parkplatz benutzen durfte – doch viele der glücklichen Gewinner hatten nicht mal ein Auto! Da man es sich aber nicht mit den Kollegen verscherzen wollte, gaben diese Leute fairerweise ihre neugewonnenen Parkplätze wieder ab und es wurde neu ausgelost. Von möglichen, darauffolgenden Losungen haben Normalsterbliche wie ich leider nichts mehr mitbekommen. Ich sehe nur jeden Morgen das Resultat dieser cleveren Idee: Der Parkplatz ist fast leer, und ich muss 8:30 Uhr bereits nach einem Parkplatz in der Nähe suchen, da ich nicht zu den glücklichen Gewinnern gehörte – so wie etliche Kollegen neben mir. Der Ausweichparkplatz der in etwa 500 m Entfernung geschaffen wurde, platzt nun auch aus allen Nähten, und alle müssen wir mit ansehen, wie der Parkplatz vor unseren Augen vor Langeweile gähnt, und kaum genutzt wird, während wir um den letzten freien Platz an der Straße kämpfen und Strafzettel riskieren, nur um nicht doch ein Stückchen zu weit laufen zu müssen. Anmerkung: Dieses Stückchen kann sich locker zu einem oder zwei Kilometern ausdehnen, da wir nicht die einzige Firma hier im Gewerbegebiet sind, und die damaligen Architekten der Gebäude eben nicht an die später dort arbeitende Bevölkerung und ihre möglichen Parkplatzprobleme gedacht haben…
In meinem Fall ist der öffentliche Nahverkehr leider keine Lösung, es sei denn ich habe bereits morgens schon Lust auf Stadtrundfahrten zu Kosten, für die ich jeden Tag dreimal mit dem Auto zur Arbeit und zurück fahren könnte. Ab und an mag das mal schön enspannend und somit vielleicht auch etwas erholsam sein, aber eben nicht jeden Tag… Was soll’s: Sobald es wieder wärmer wird (die Winter sind ja auch nicht mehr das, was sie mal waren), fahre ich eben erneut mit dem Rad zur Arbeit. Morgensport tut eben doch gut – und erspart so einige Schrammen…

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